HÖRBEISPIELE

 

 

WERKEINFÜHRUNG

 

Schon als Gymnasiast beginnt Alfred Peschek zu komponieren, aber erst seit 1964 schreibt er unter seinen Namen. Es sind Klangfarbenmusiken ("Colori") und serielle Werke ("Variation"), die stark von elektronischen Klangversuchen und ersten Computerarbeiten geprägt sind. Die Beschäftigung mit der Salonmusik ("Zy...") ist ebenso eingeschlossen wie ein Ballett ("Akire"), das er für Erika Gangl schreibt und bei welchen die Tänzer die Klänge selbst durch Ihre Bewegungen auflösen. Sprechcollagen (" Wilheringer Vaterunser"), graphische Partituren ("poesies liriques") und literarische Versuche ("Nicht jede Pfeife passt in jedes Gesicht") folgen. Die Beschäftigung mit der Popmusik liegt in der Luft.

1972 schreibt Peschek seine

DIMENSIONEN ZWISCHEN POP UND KLASSIK

Für die damals International bekannte Linzer Popgruppe Eela Craig und das Züricher Kammerorchester, Edmond de Stoutz dirigiert noch im selben Jahr die Uraufführung in einem Züricher Abonnementkonzert.

Peschek ist zweifellos von barocken "Concerto grosso" inspiriert: Die Popgruppe mit Flöte,
Synthesizeer, diversen Keyboards und Gitarren, sowie Bass und Schlagzeug steht als "Concertino" dem Streichorchester gegenüber, welches im klassischen Sinn die Tuttirolle spielt. Nur die Satzfolge stimmt nicht; die Abschnitte sind im Sinne einer freien Suite zusammengefügt.

Obwohl Peschek den Popern improvisatorische Freiräume schafft, zeigen sich Ihre Grenzen vor allem in den "klassischen" Bereichen, wie in der großangelegten "Sarabande".

Als Höhepunkt gestaltet Peschek eine Fuge gleich einem "Zitat". Das Streichorchester ist - ganz dem "klassischen" Ideal entsprechend - vordergründig präsent, vom Pop bleibt nur der Schlagzeuger, der unbeirrbar seinen Rhythmus schlägt.

Ein Witz am Schluss: Das "Finale" ist ein einziger Schlag

Für die damals International bekannte Linzer Popgruppe Eela Craig und das Züricher Kammerorchester, Edmond de Stoutz dirigiert noch im selben Jahr die Uraufführung in Zürich.

Besetzung Eela Craig:

Joe Drobar, Drums

Harald Zuschrader, Flöte, Gitarre, Orgel

Gerhard Englisch, Bass

Hubert Bognermayer, Orgel, Synthesizer

Ausschnitte aus dem Konzert:

DIMENSIONEN ZWISCHEN POP UND KLASSIK
für Popgruppe und Sreichorchester

   

Einstimmung

   

Sarabande

   

Sythesizermusic
und Drums

   

Zitat-Kontraste

   

Kadenz

   

Ritornell-Finale

   
 

Wie wenig Peschek die Auseinandersetzung mit der Popmusik befriedigt hat, zeigen die folgenden meditativen Musiken; er findet sie im pantonalen Bereich, den er aber erst in den Achtzigerjahren für sich formuliert. So entsteht

   
   

nouvelle cheville

als "Lückenbüßer" zur Vervollständigung eines Programms für den Rundfunk. Peschek komponiert sechs Stücke, von denen jedes nur aus sechs immer wiederkehrenden Tönen besteht. Die Musiker spielen auf Instrumenten unterschiedlicher Stimmungen, das entgültige Klangereignis, das Zuweisen der Stücke, die Einsätze, die Dynamik gestaltet der Dirigent.
Den "Dimensionen" gehen Jahre elektronischer Klangarbeiten voraus. Aber erst 1975 beginnt Peschek die Studien zu formulieren. Die dritte

     
   
   

TONBANDMINIATUR

gehört in diese Zeit.

Spät - erst in den Achtzigerjahren - entdeckt Peschek die Blockflöte. Genau genommen ist es seine Tochter Isabella, die ihm als Virtuosin auf diesem Instrument neue Dimensionen aufreißt. Und so schreibt Peschek neben seinen Folios, zu deren Interpretation auch der Tanz gehört, das sehr stark grafisch formulierte Stück.