BERICHTE

 

 

 

Avantgarde-Komponist Alfred Peschek gestorben

Linzer starb im 86. Lebensjahr

Linz - Der Linzer Avantgarde-Komponist Alfred Peschek ist laut Online-Berichten Mittwochvormittag in Linz gestorben. Er hatte am 14. Mai des Vorjahres seinen 85. Geburtstag gefeiert.

Peschek sorgte in den 60er-Jahren mit seiner Musik in Linz für Skandale, später zählte er zu den großen Komponisten Oberösterreichs. Er begann seine Laufbahn an der heutigen Linzer Bruckner-Uni. In den folgenden Jahren komponierte er Schlager und Werbemusik. 1961 führte der Künstler das erste Brucknerfest in Linz und im nahe gelegenen St. Florian durch.

Im Jahr darauf gründete er das "Neue Ensemble" und arbeitete eng mit der Linzer Kultformation Eela Craig zusammen, die mit ihren elektronischen Klängen über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erlangte. Es kam zu ersten Kontakten zwischen Peschek und der internationalen Avantgarde. In den 70er-Jahren arbeitete er mit der "Erika Gangl Tanzkompagnie" zusammen. Seine Werke wurden weltweit aufgeführt. Peschek wurde für sein Wirken mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. (APA, 4.2.2015)

 

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Alfred Peschek feiert 85. Geburtstag

Wie lange ist man Kind? Im Kopf noch immer, behauptet Alfred Peschek. Das einstige Enfant terrible der heimischen Musikszene feiert am Mittwoch seinen 85. Geburtstag.

Auch wenn ihn manch Unbilden des Alters plagen: Alfred Peschek nimmt auch mit seinen 85 Jahren noch rege am Musikleben teil. Nun richtet ihm die VEST in Traun gemeinsam mit der Anton Bruckner Privatuniversität ein Geburtstagskonzert aus.

Legendäre Skandale und heftige Diskussionen

Alfred Peschek wurde am 14. Mai 1929 in Linz geboren, aufgewachsen ist er in Traun. Später wirkte er in Linz als Musikpädagoge und blieb seiner Geburtsstadt immer treu, auch wenn er hier für legendäre Skandale und manch heftige Diskussionen sorgte. Alfred Peschek erinnert sich: "Es ist so weit gegangen, dass man auf der Straße beschimpft wurde. Bei den Konzerten hat es Skandale gegeben, Skandale, die man nicht provoziert hat, aber die Leute haben immer geglaubt, er provoziert uns. Aber das ist nicht richtig."

Heutiger Stil ist "pantonal"

In Linz galt der Avantgardist Peschek dennoch lange als "Enfant terrible". Seinen heutigen Stil bezeichnet Peschek, der international hohe Anerkennung genießt, als "pantonal". Besonders prägend für sein Schaffen war die Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Tänzerin Erika Gangl.

Studierende der Anton Bruckner Privatuniversität widmen diesem Aspekt bei ihrem Abend im Schloss Traun am 22. Mai besonderes Augenmerk. Mittwochnachmittag schon ehrt die Anton Bruckner Privatuniversität den Komponisten mit einer Feierstunde.

Links:

 

Alfred Peschek 85: Die Klangfarben der Worte und Töne im "müfiadla blu"

Als Gegenbeispiel zu Museumsdirektor Sch., der seinen oö. Dialekt mit Hilfe deutscher Schlager abgelegt hat und das angelernte Niveau mit dem Vokabel "hundselendiglich" beweist, möge Dr. P. herhalten, auch ein g'studierter Linzer.

Kolumne

Innovator A. Peschek mit Goldhaube Bild:

Sein "Mundartdivertimento" (1970) heißt "müfiadla blu" und handelt von einem alten, treuen Hund namens Blu, der eine Ratte fängt und sie seinem Herrl bringt. Das entwickelt sich zu einem berührenden Werk. Es ist für öffentliche Aufführung gedacht, in die traurig-schöne Abschiedssongs der 60er Jahre eingebunden sind, von "Those were the days" (Mary Hopkin) bis "No Expectations" (Rolling Stones). Durch die Klangfarben ein Genuss für den Zuhörer, erschließt sich "müfiadla blu" dem Leser nur schwer, lautes Lesen erleichtert das Verstehen: ihobanoidnhundghobd / deswoadablu / deawoawiaglidrei dabluwoaraguadahund / eahodanrodsngfaunga / undhodmiaugschaud undihobeamaugschaud / undhobmadenrodsnghoid / undinansogainigschdegd riadinedblu / hobigsogd / bisiwidadobin

Pescheks Kunst ist nicht für raschen Genuss, sie will erarbeitet werden. "Das funktioniert nur im Dialekt", sagt er, "der fügt sich perfekt zur Musik. Auf Hochdeutsch waar's a Bledsinn." Peschek, der Innovator, schätzt das Bodenständige, ist sogar Mitglied der Linzer Goldhaubengruppe.

Am meisten freut ihn die Anerkennung junger Musiker der Bruckner-Universität. In Traun, wo er aufgewachsen ist, widmen sie ihm am 22. Mai ein Geburtstagskonzert. Mit Peschek-Werken.

 

 

 

 

geburtstagskonzert 85 Jahre

 

peschek mit goldhaube

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Bild von Roswitha Scheuchl aus Beitrag

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auf www.meinbezirk.at

 

 

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Pressebericht Alfred Peschek

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http://www.tips.at

Oberösterreich: Brucknerfest (5)

 

Alfred Peschek "Personale"

 

TRAUN (ros). Aufgewachsen in Traun und seit Jahren begeisterter Linzer, ist Alfred Peschek hierzulande jedem ein Begriff. Er zählt zu den wichtigsten Komponisten Oberösterreichs und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Im gut besuchten Schloss Traun erzählte Wolfgang Winkler, zwischen den Werken Pescheks, vom bewegten Leben des Künstlers. Die musikalische Umsetzung leitete Till Alexander Körber. Die Veranstaltung war...

Bildergalerie, Konzert, Kultur, ORF, Musiker, Komponist, Vest, Schloss Traun, Brucknerfest, Alfred Peschek

 

 

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http://www.studiozett.com/hello/Beispiele/Eintrage/2009/8/22_Alfred_Peschek_OO_Publikationen_%28dietypen.at___Trauner_Verlag%29.html

 

Donnerstag, 1.12.2011, 19:30, Brucknerhaus - Mittlerer Saal

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Musik im Raum

Musik im Raum - Franz Liszt – Alfred Peschek

Ensemble Pantonale

Trio Triton

Till Alexander Körber Leitung

 

 

A. Peschek: Begegnungen (1986)

F. Liszt: Carrousel de Madame P-N

A. Peschek: 5 Finger Plus. Klavierstück (1990)

F. Liszt: Unstern! – Sinistre

A. Peschek: Pastiche II oder Täuschende Nachahmung (2004)

F. Liszt: Orphée. Poème symphonique

A. Peschek: Soli pantonale

Liszt und Peschek – welch Dualismus! Eigenartig? Doch so eigenartig ist das gar nicht. Schon als Klavierschüler von Erika Rabitsch-Göllerich, Tochter des für Linz so bedeutsamen August Göllerich, Begründer des Linzer Musikschulwesens und somit auch Urahn der heutigen Anton Bruckner Privatuniversität, kam Peschek mit Liszt in Berührung. "Immerhin war der Liszt-Schüler Göllerich mit dem Meister befreundet, seine Liszt-Biografie sollte jeder kennen", sagt Peschek.

http://www.brucknerhaus.at/www1/de/detail.php?id=6770

 


O.Ö. Nachrichten vom 29.09.2005 - Seite 023
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BRUCKNERFEST: Alfred Peschek im ORF "Studio 21"

Ein Hören und Nachhören


Kassenschlager war es keiner, aber das zweite Konzert in der gemeinsam vom Brucknerfest und vom ORF OÖ veranstalteten "Studio 21"-Reihe gehörte zweifelsohne zum Spannendsten, was auf dem Sektor Neue Musik in der letzten Zeit in Linz zu erleben war. Alfred Peschek trat dabei weniger als Akteur als vielmehr als umsichtiger Kurator einer Werkschau von Kompositionen für Klavier und Schlagzeug auf, die einen großen Bogen der stilistischen Vielfalt von packender Experimentierlust bis hin zur avantgardistischen Abgeklärtheit spannte.


Selbstverständlich


Nach einer Peschek-Reminiszenz vom Tonband fesselte Maurice Ohanas archetypischer Zugang zu außergewöhnlichen Klangmaterialien. Schon hier war auch klar, dass Alfred Peschek mit Ancuza Aprodu (Klavier) und Thierry Miroglio (Schlagwerk) zwei absolute Meister in der Interpretation neuer Musik eingeladen hat. Sie brachten immer wieder überraschende Klänge so selbstverständlich und natürlich wie eine Mozartsonate. So auch in "3 Rivières Delta" der finnischen Komponistin Kaija Saariaho für Schlagwerk und Elektronik. Ein Hören und Nachhören, ein Fühlen und Nachfühlen, ohne dass sich die Elektronik wie sonst so oft lärmpegelüberhöht über die menschliche Aktion legt.


Viel Applaus


Höhepunkt war sicherlich die Uraufführung von "Al furioso" des Schweizers Jean-Luc Darbellay. Ein Werk faszinierender Klanglichkeit, das neuere Techniken wie das Streichen der Vibraphonplatten mit dem Kontrabassbogen nicht als bloße Effekte erscheinen lässt, sondern zum kompositorischen Material erhebt. Dabei entwickelte sich ein höchst spannendes Wechselspiel zwischen den beiden Ausnahme-Interpreten, wie es auch Alfred Peschek in Duale IV meisterhaft gelungen ist. Viel Applaus. (wruss)

Neues Volksblatt, Kultur
Linz,19 11 2004

Für Sie gehört Linzer Musikfest für slowenische Freunde
„Feste soll man feiern, wie sie fallen“ besonders, wenn es gilt, Freunde zu ehren. Unter diesem Motto lud das „neue ensemble“ des Komponisten Alfred Peschek Mittwochabend ins Linzer Bergtheater, um den 40. Geburtstag des slowenischen Komponisten Nenad First zu begehen. Der in Celje Lebende zählt zu den führenden Vertretern der jüngeren Generation in Slowenien. Verstärkt durch den slowenischen Geiger Jernej Brence interpretierte das „neue ensemble“ mit viel Klangsinn und Einfühlungsvermögen Werke des Jubilars aus den letzten zehn Jahren, die die Vielfältigkeit in der musikalischen Sprache, den Klangfarben sowie den Reichtum an Fantasie in Firsts Musik hörbar machten: Von „Zwei Skizzen für Violoncello solo“ (aus 1993, gespielt von Wolfgang Panhofer) bis zur Uraufführung von „Flautistically yours für Flöte solo“, hervor-ragend interpretiert von Catrin Stepanek. Außer mit Werken von First gefiel das „neue ensemble“ auch mit zweien des „Hausherrn“ Peschek „Nouvelle cheville“ (1973) und dem neuen „Pastiche II“ sowie dem „Intermezzo für Ensemble“ von Dusan Bavdek, einem weiteren aufstrebenden Komponisten aus Slowenien.

 
 

„Begegnungen Slowenien - Österreich“
Alfred Peschek und das „neue ensemble“ in Ljubljana

Schon über Jahre hinweg pflegen der Linzer Komponist Alfred Peschek und sein „neues ensemble“ enge freundschaftliche Verbindungen zu Künstlern im benachbarten Slowenien. Mit der Einladung zum „Festival Musica Unicum“ nach Ljubljana fand diese Freundschaft eine weitere Vertiefung.

Jedes Jahr wird im Herbst in Ljubljana das „Festival Musica Unicum“ (vormals „Festival Musica Danubiana“) von der ISCM (International Society of Contemporary Music) Slowenien ausgerichtet und bietet so dem interessierten Publikum die Möglichkeit, nationale und internationale zeitgenössische Musik zu erleben. Im akustisch ausgezeichneten Stanovska - Saal des auf wirklich faszinierende Art und Weise renovierten Schlosses der Hauptstadt fanden vom 1. - 9. Oktober 2004 fünf hochkarätig besetzte Konzerte statt, der musikalische Schwerpunkt wurde dabei auf Kompositionen heimischer Künstler gelegt. Als einziger ausländischer/österreichischer Vertreter wurde seitens der Festivalleitung in diesem Jahre Alfred Peschek und sein „neues ensemble“ zu einem Konzert eingeladen. Verstärkt durch den in Ljubljana beheimateten, international sehr erfolgreiche Kontrabassisten Zoran Markovic, präsentierte das Linzer Ensemble unter dem Titel „Begegnungen Slowenien - Österreich“ ein Programm mit Werken von: Alfred Peschek, Slavko Ludvig Suklar (UA), Bruno Strobl, Nenad First, Klaus Ager und Blazenka Arnic Lemez (UA).
Vor zahlreich erschienenem Publikum feierte das „neue ensemble“ einen großen Erfolg, mit lang anhaltendem Applaus wurden die Musiker bedankt, die anwesenden Komponisten und Künstler zeigten sich beeindruckt von der „Komposition“ des Konzertprogramms und der musikalischen Qualität der Interpretationen. Auch die Kritiker waren begeistert, im Rundfunk, der noch vor dem Konzert ein Interview mit Alfred Peschek aufnahm und im Fernsehen sendete, äußerte man sich enthusiastisch über den Auftritt des „neuen ensembles“ unter seinem Dirigenten Alfred Peschek und sprach von einem „hervorragenden Konzert“ …

Noch am selben Abend wurden das „neue ensemble“ und Alfred Peschek zum Festival nach Bled eingeladen, das dort jedes Jahr im Sommer stattfindet. Neben Kursen, Wettbewerben und zahlreichen Konzerten ist immer ein Konzert einem noch lebenden Komponisten gewidmet: im Juli 2005 wird dies Alfred Peschek sein, interpretiert von seinem „neuen ensemble“ !

Die Musiker des „neuen ensembles“:
Roland Pichler, Klarinette ; Gerhard Schwärzler, Trompete ; Michael Enzenhofer, Posaune
Wolfgang Panhofer, Violoncello ; Helfried Skala, Violoncello
Alfred Melichar, Akkordeon ; Engelbert Gagl, Schlagwerk ; Engelbert Ecker, Klavier

 

Triumph für Peschek in Slowenien
"Neues Volksblatt" Nr. 238 vom 12.10.2004 Seite: 17

Schon seit Jahren pflegen der Linzer Komponist Alfred Peschek und sein "neues ensemble" enge Verbindungen zu Künstlern in Slowenien. Als einziges ausländisches Ensemble wurde es deshalb heuer zum "Festival Musica Unicum" für zeitgenössische Musik von 1. bis 9. Oktober nach Laibach eingeladen. Verstärkt durch den international erfolgreichen Laibacher Kontrabassisten Zoran Markovic präsentierten die Linzer dort ein Programm mit Werken von Peschek, Bruno Strobl, Nenad First, Klaus Ager, Slavko Ludvig Suklar und Blazenka Arnic Lemez (beides Uraufführungen). Ein großer Erfolg, wie nicht nur der lange Applaus des zahlreichen Publikums, sondern ein TV-Interview mit Peschek im slowenischen TV bewies. Für Juli 2005 wurden er und das "neue ensemble" deshalb zum Festival nach Bled eingeladen, das sein "Komponistenkonzert" ganz Peschek widmen wird.

 

Gschamsdadina

Ars Electronica.
Das Linzer Festival jubiliert und die Presse jubelt mit. Auch im Ausland

Da lese ich heute, rund zehn Tage nach Erscheinen der Zeitung, im Westfalen - Blatt vom 18.August 2004:
Die Welt nach 25 Jahren - Pescheks Musik begründet eine neue „Linzer Ästhetik“ - Sie ruht meditativ in sich, klingt in der Stille weiter und begründet eine neue Form der „Linzer Ästhetik“ - Und auch das Zitat im Kasten fehlt nicht:

„Die Musik von heute braucht wieder den Menschen im Mittelpunkt,
für mich hat die Elektronik ausgedient“ Alfred Peschek

Das alles natürlich mitten in einem Vierspalter über die AE

Es scheint, als hätte der Kulturfinger den berühmt berüchtigten Linzer Industrie-smog tatsächlich verrührt. Immerhin ist es auch gelungen, den einstigen Kulturflüchtling Anton Bruckner, der den „Krähwinklern“ (wie er in einem Brief die Linzer nannte) den Rücken kehrte, wieder in seine Heimat zurückzuholen: Bruckner da, Bruckner dort, von der Straße bis zur Uni

Schaut man sich so um, dann ist die Ars Electronica, so scheint es, das einzige Ereignis (man verzeihe mir, daß ich trotz aller Spracherneuerungsversuiche nicht vom „Event“ spreche), das nicht Bruckners Namen trägt und trotzdem seit seiner Gründung im Jahre 1979 International Beachtung findet

Aber ich frage mich, ob die Ars Electronica allein durch das Wort „ars“ Kunst ist?

Kunst ist einmalig, unwiederholbar, reöpräsentiert einen Zeitabschnitt, eine Epoche. Aufarbeitungen erfolgen museal

Theaterstücke werden heute oft zeitversetzt, elektronisch aufgemotzt, mit einem Griff in den Selbstbedienungsladen der Technik inszeniert

Ich frage mich: Ist das Kunst? - Sicher ist nur:

„Faust“ bleibt „Faust“
wie auch - trotz Salzburg -
„Der Rosenkavalier“ „Der Rosenkavalier“
bleibt

meint
da peschek Linz, am 29. August 2004

 
 

Neues Volksblatt - Kultur

Internationaler Alfred Peschek - - Ende Oktober öffnete das Linzer Bergtheater beim Märzenkeller nach einjähriger Schließung wieder seine Pforten. Dass es sich bei der Kombination aus Konzert und Vernissage nicht um eine einmalige Kurzzeit-Wiederbelebung handelte, beweist Prinzipal Alfred Peschek morgen (19.30 Uhr) mit einem Abend, der einen der renommiertesten Klangkörper der Neuen Musik nach Linz bringt: das nach dem gleichnamigen Festival benannte Aspekte New Music Ensemble Salzburg. Auf dem Programm u. a. Pescheks wahrhaft internationale Liedfolge "Kantaoui": "Ein Quartett, das ein österreichischer Komponist in Tunesien für ein Salzburger Ensemble schrieb, in dem kein einziger Österreicher spielt", wie Peschek amüsiert anmerkt, kommt doch die Cellistin aus Taiwan, der Pianist aus Schweden, der Klarinettist aus Ungarn, die Sängerin und der Dirigent aus Deutschland.
Exakt zur selben Zeit wird Pescheks Lied übrigens durch das Ensemble Wiener Collage im Schönberg Center in Wien, tags darauf im ORF-Theater Klagenfurt aufgeführt.
International geht's am 11. Dezember weiter: Da gastiert mit dem Italiener Mauro Pedron der laut Peschek "beste Klarinettist der Welt" im Bergtheater.

 

Stille Schönheit der Musik

"Neue Musik sollte immer wieder versuchen, etwas Neues hervorzubringen", so einer der musikalischen "Propheten" Oberösterreichs, der es von Anfang an schwer hatte, für das stetig Neue Verständnis und Wertschätzung beim Publikum zu finden. Wie viele Propheten wird er abseits des heimischen Umfelds wesentlich mehr geschätzt, sodass es nicht verwundert, dass Alfred Peschek bei vielen internationalen Komponistenforen zu Gast ist und dort große Erfolge feiert.

In Linz stieß sein Engagement für die Neue Musik in den 60er Jahren nicht auf Gegenliebe. Überfordert, aber auch ignorant wurden nicht nur die eigenen Stücke abgelehnt, sondern auch die von ihm geleiteten Aufführungen von Werken heute hoch geschätzter Komponisten. Trotz aller Bemühungen - als Komponist, Lehrer, Musikwissenschafter, Theaterleiter, etc. - ist es bis heute nicht wirklich gelungen, in Oberösterreich ein breites Forum für zeitgenössische Musik zu etablieren.

Nach Experimenten mit verschiedensten Techniken hat Peschek in seiner "pantonalen Musik", bei der die einzelnen Abschnitte eines Stückes frei verbunden und variabel kombiniert werden können, sein künstlerisches Zuhause gefunden. Der Improvisationsakt wird zu einem Bestandteil der Komposition, die erst im Moment des Erklingens vollendet wird. Der Mensch und nicht die elektronische Maschine muss wieder im Mittelpunkt einer statisch meditativen zur inneren Ruhe führenden Musik stehen. "Musik soll in sich und im Klang ruhen, nach dem Ende des Stückes in der Stille weiter klingen und muss ästhetisch schön sein." Mit seinem vor 35 Jahren gegründeten "Neuen Ensemble" wird Alfred Peschek am 23. 9. das Publikum zu musikalischen Begegnungen mit faszinierenden Klängen voll stiller Schönheit verführen. (wruss)

OÖNachrichten vom 6.09.2003
http://www.nachrichten.at/nachrichten/208948

 

   

Neues Volksblatt - Kultur
Uraufführung in Slowenien - - Der Linzer Komponist Alfred Peschek wird beim „Festival of Modern Musik“ in Radenci (Slowenien) am 5. Oktober sein neuestes Auftragswerk „Illyria“ aus der Taufe heben. Gewidmet ist es der Region und dem ausführenden Trio „Empiem“, das sich aus der Laibacher Flötistin Natasa Paklar-Markovic, dem Trentiner Klarinettisten Mauro Pedron und dem Laibacher Kontrabassisten Zoran Markowic zusammensetzt. - -

 

OÖNachrichten, Kultur, vom 13.02.2003
OÖN-GESPRÄCH: Alfred Pescheks "neues ensemble" ist 35 Jahre alt

Piano zersägt, Cello totgetreten
Von IRENE JUDMAYER

Helle Empörung begleitete die ersten Konzerte des Linzer Komponisten Alfred Peschek: Er sei ein brutaler Kerl, der Klaviere zersägt oder zerhackt. Der Streichinstrumente mit Fußtritten in ihre Bestandteile zerlege. Was das noch mit Musik zu tun habe, wurde in den Kritiken gefragt. Eines seiner Werke wurde gar als "unglaublich linkische Komposition" in Grund und Boden verdammt. "Nun ist es aber genug!", hieß es dazu in einer oö. Tageszeitung.
Aber es gab auch andere Stimmen: Von "noch nie dagewesenen Scharen von Jugendlichen" berichtete etwa OÖN-Mitarbeiter Franz Zamazal anno 1970, zwei Jahre vorher von einem "zornigen jungen Mann", von "tosendem Applaus", den Pescheks frisch gebackenes "neues ensemble" am 6. Dezember 1968 für sein erfrischendes Engagement für moderne Musik bekam.

Völliger Blödsinn

Morgen feiert dieses "neue ensemble" seinen 35. Geburtstag. Die OÖN fragten den mittlerweile 74-Jährigen was es mit der damals inflationär erwähnten Zerstörung der Instrumente auf sich hatte. "Alles völliger Blödsinn!" - schmunzelt Peschek, "aber es stärkt den Mythos!" Nun ja, er habe das Klavier schon anders benutzt, als man dies bis dahin gewohnt war. Da kamen etwa Bürsten zum Einsatz. Da wurden die Klaviersaiten mit speziellen Hämmern beklopft, da hat einer auf den Klavierkorpus getrommelt, so dass vom gewohnten Ton nicht mehr viel übrig blieb.
Die auf- und erregende Komposition aus dem Jahr 1966 hieß "Colori I. Mobile für Tasten- und Schlaginstrumente oder für verschiedene Instrumente zur Ausarbeitung". Was ja schon im Vorfeld auf jene Bewegtheit verwies, die das Publikum dann förmlich überschwemmte. Beweglichkeit ist für Peschek "das Wichtigste. Und nicht nur die geistige. Das Wichtige ist das Dabeisein!" Selbst aus vielen Konzerten, in denen er sich langweilt, kann er Impulse schöpfen.

Das widert mich an

Die OÖN wollten weiters wissen, wer Pescheks wichtigste Impulsgeber gewesen sind: Er verweist neben den prägenden Begegnungen mit Bruno Maderna und seiner langjährigen Muse und Lebenspartnerin, der unvergesslichen Linzer Tanzpädagogin Erika Gangl, mit Vehemenz auf seine neue Partnerin: "Die Charlotte! Sie hat mich nach dem Tod von Erika wieder zum Komponieren gebracht. Und das war eine große Leistung, denn ich war da sehr, sehr tief unten!"
Peschek wurde übrigens am 14. Mai 1929 in Linz geboren und war vor und nach seinem Studium in Wien lange Jahre in Traun daheim. Peschek: "Im größten Dorf Österreichs am Rand der Landeshauptstadt!"
So richtig fuchtig wird der vitale Doktor der Musik, wenn es um das Thema "Neue Musik" geht: "Das widert mich richtig an, wenn die da was als neu verkaufen, was heutzutage einfach nicht mehr neu ist. Da schreiben sie Streichquartette, Sinfonien - es ist lächerlich. Die Komposition kann nicht neu sein, wenn sie sich alter Gattungen bedient. Das ist alles passé. Eine Sinfonie kann nicht neu sein, weil sie Gesetze hat. Nicht mehr neu sind auch Zwölftonmusik oder Elektronik." Peschek entrüstet sich: "Da sind Leute, die 25, 35 oder 40 Jahre alt sind und komponieren wie Hundertjährige!!!!!!"
Das kann Alfred Peschek nicht passieren, er ist der "zornige junge Mann" geblieben. In Linz kann man dies erst im September im Brucknerhaus erleben. Aber Uraufführungen seiner rundum wirklich "neuen Musik" wird es auch am 27., 28. 2. beim Aspekte-Festival für zeitgenössische Musik in Salzburg, im April in Villach und im Mai in Trient geben.

 

 

 

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